Wundersame Verwandlungen 

im Klassenzimmer der 2a



Vom Ei zur Raupe


Nach den Osterferien bekamen wir viele kleine und vor allem verfressene neue Mitschüler in unsere Klasse! Es handelte sich um frisch, kurz vor Ostern, geschlüpfte Raupen der Schmetterlingsart „Kleiner Fuchs“

Die Kleinen machten ihrem Namen „Raupe Nimmersatt“ alle Ehre – sie fraßen ohne Unterlass. Dabei sind sie überhaupt nicht wählerisch, denn ihr Lieblingsfressen sind frische Brennnesseln. Und weil ihre Schmetterlingsmutter das wusste, hat sie auch genau auf dieser Pflanze ihre Eier damals abgelegt. Wir konnten ihnen beim Fressen sogar zuhören!

Die einzigen Fresspausen gab es, wenn unsere kleinen Raupen zu dick geworden waren, denn dann mussten sie sich häuten. Während wir unsere Raupen tagtäglich in ihrem Haus in unserem Klassenzimmer beobachten konnten, lernten wir nebenher allerlei über das Leben solch einer Raupe bis hin zum Schmetterling. 

Wir hören beim nimmersatten Fressen zu...

Was aus Raupen für schöne Schmetterlinge werden können...

Unsere Räupchen noch ganz klein und zusammengekuschelt

Unser Raupenhaus - jederzeit mit frischem Strauß Brennnesseln

Unsere Raupen wachsen rasant

Von der Raupe zur Puppe


Nach 2,5 Wochen Fressen begannen unsere nun größer und haariger gewordenen Raupen, an einem Freitag, ihre geliebten Brennnesseln zu verlassen und aufwärts zu krabbeln. Nur blöd, dass ihr Haus da gerade offen stand und tatsächlich eine Raupe entkam – mit dem Ende, dass unser Diktatschreiben plötzlich durch Entdecken toter Überreste des Ausreißers auf dem Boden unterbrochen wurde... Wie sagte es ein Junge treffend: „die abenteuerlustigste Raupe von allen, musste mit ihrem Leben tragisch bezahlen“

Die ein oder andere Raupe mag sich wohl irgendwo anders ein Plätzchen zum Verpuppen im Klassenzimmer gesucht haben. Die übrigen im Haus hatten sich nach Schulschluss in ihre Haltung an verschiedene Plätze begeben: kopfüber (deshalb auch Stürzpuppe genannt) an Kartondecke, am Netz am Türchen und an einem Brennnesselstiel. Nun streiften sie ihre letzte Haut ab und darunter wartete die harte braune und grün-goldene Puppenhülle.

Von der Puppe zum Schmetterling


In der nächsten Zeit herrschte Ruhe im Schmetterlingshaus. Die letzten Brennnesseln wurden entsorgt, der Boden des Hauses von den kleinen schwarzen Kotkügelchen befreit.

Was nun geschah, konnten wir leider nicht sehen, aber lernen. Die nächste Stufe der Verwandlung und die wohl wundersamste ging nun im Innern der leblos scheinenden Puppe vor sich – die Verwandlung von einer Raupe in ein völlig anderes Tier, den Schmetterling. Dafür verflüssigten sich die Organe und alles, was einmal eine Raupe war und es formte sich ein neues Tier mit vier Flügeln, einem Rüssel usw.

 

Nach nur einer Woche (das ausgeglichene warme Klima in unserem Klassenzimmer schien sehr fördernd) während der Mathestunde, kam der Augenblick, auf den wir warteten: die Puppenhaut platzte auf und heraus kamen die „Kleinen Füchse“!!! Die roten, blutähnlichen Spuren auf dem Boden unseres Hauses verrieten es – denn das ist die Flügelfarbe, die der Schmetterling beim Schlüpfen in seine Flügel pumpt. Nun hieß es für die Schmetterlinge erst mal Flügel trocknen und Flügel ausprobieren. Und dann mal den leckeren Nektar in dem Wiesenblumenstrauß probieren... Brennnesseln? Nein danke! Nie wieder!

Doch es gab weitere Überraschungen: plötzlich flogen außerhalb unseres Schmetterlinghauses Schmetterlinge herum! Woher kamen denn die??? Tatsächlich hatten sich weitere Raupen damals aus dem Staub gemacht und sich irgendwo im Klassenzimmer verpuppt!

 

Abschied von unseren "Füchsen"


Einen Tag später, am 16.05. hieß es dann: Abschied nehmen, denn unsere „Kleinen Füchse“ gehören ja in die Natur. Mit dem Schmetterlingshaus ging es auf die Wiese, Türchen auf und - nun ja, so recht wollten auch unsere Schmetterlinge kein Abschied nehmen und ließen auf ihren ersten Flug in die Freiheit warten...

Doch dann, in alle Himmelsrichtungen, flogen sie davon.
„Tschüss“ riefen die Bären den "Füchsen"  hinterher...